Roman von Tatiana de Rosnay
Aus dem Inhalt:
Paris im Sommer 1942. Sarah, ein zehnjähriges jüdisches Mädchen, wird zusammen mit ihren Eltern von der französischen Polizei deportiert. Nach Tagen der Angst gelingt es ihr schließlich zu fliehen. Sarah wünscht sich nun nichts sehnlicher, als ihren kleinen Bruder zu retten, den sie zuhause in einem Wandschrank versteckt hat. Den Schlüssel dazu hält sie in der Hand …
Viele Jahre danach entdeckt Julia, eine amerikanische Journalistin, dass die Familie ihres Mannes lange Zeit in einer Wohnung in Paris gelebt hat, die vor 1942 Juden gehört hat. Sie begibt sich auf die Suche nach der jüdischen Familie – ohne zu ahnen, wie sehr diese Suche ihr Leben verändern wird.
Ich kann mich kaum konzentrieren. Immer wieder frage ich mich: Was ist mit dem Bruder? Wurde er gefunden? Lebt er noch? Oder ist er etwa … Sehr ergreifend, der Roman.





Ein unbeschreibliches Buch! Es berührt auf ganzer Ebene. Unweigerlich stellt man sich die Frage: Hätte man es aus heutiger Sicht verhindern können? Kann, darf, muss man die damalige Zivilbevölkerung verurteilen, weil sie scheinbar wegsah? Was hätten wir getan an ihrer Stelle? Und dann immer wieder starke Personen, die nicht aufgeben, sich mutig einsetzen und eine Menge riskieren. Eine europäische Vergangenheit, die bis heute Schatten wirft. Nicht zuletzt muss der Leser sich fragen: Handle ich heute? Greife ich ein bei Unrecht? Oder schaue ich weg, weil es mich scheinbar nichts angeht? Sich einsetzen, nachfragen, auch wenn es unbequem wird, unser eigenes Leben beeinflusst oder vielleicht sogar verändert. Die große Frage nach persönlicher Schuld und möglicher Vergebung wird hier beantwortet: Zakhor. Al Tichkah. – Erinnere dich. Vergiss niemals!