Abends im Bett …
6. Mai 2008 von Vera Gold
Dan Brown jagt mich durch sein Buch. Es ist dick, es ist schwer, ich quäle mich im Bett damit, es in der richtigen Lesehöhe zu halten. Halte ich es zu niedrig, züchte ich mir ein Doppelkinn. Liege ich zu niedrig, muss ich die Arme hoch halten und bekomme einen Krampf.
Ein Kapitel noch und dann mache ich das Licht aus. Ich lese, blättere die Seiten um, sehe das Ende … der Schlusssatz peitscht mich weiter. Ich muss wissen, was im nächsten Kapitel passiert. Unbedingt, sonst kann ich nicht schlafen.
Natürlich: im nächsten Kapitel wird erzählt, was der Antagonist Schlimmes vorhat. Da muss ich jetzt durch. Wieder bei meinem Held angelangt, lese ich fieberhaft. Nur dieses Kapitel. Ah, es ist geschafft. Der letzte Satz …
Auf zum nächsten Kapitel, lesen, umblättern, mitfiebern, ich kann nicht aufhören, die Buchstaben verschwimmen vor meinen Augen, ich kann kaum noch sehen vor Müdigkeit. Doch Dan Brown ist gnadenlos. Weiter, weiter höre ich seine leise Stimme. Also lese ich weiter.
Ein Uhr nachts. Vor zwei Stunden wollte ich ein Kapitel lesen und dann das Licht ausmachen und mich in einen gesegneten Schlaf begeben.
Jetzt will ich nicht mehr – ich muss. Lahme Arme, unscharf sehende Augen, schläfriger Verstand – ich kann nicht mehr.
Gute Nacht, Dan Brown, bis morgen.




